22/08/09

Ismail Suredin, Neonat des Clans Ventrue, hatte mit großen Worten ins Elysium geladen, das er selbst als Hüter des selbigen mit allen Mitteln verteidigen würde. Seine Sicherheitsvorkehrungen für einen ungestörten Abend suchten ihres Gleichen. Der feierliche Rahmen, der hätte entstehen können, wurde von der Verhandlung gegen den Nosferatu Wilhelm Bertram wegen Bruchs der 1. Tradition empfindlich gestört. Trotzdem folgte eine elustre Gästeschar der Einladung. Clan Brujah war geschlossen anwesend, Clan Gangrel wurde vertreten durch Amar und Louise. Die Malkavianer bekamen Verstärkung durch einen Neuankömmling – Charlotte Welter wurde von Gundlach dem Prinzen vorgestellt, und von Deust ließ sich das Spektakel natürlich auch nicht entgehen. Neben dem Angeklagten Bertram waren noch seine Clansbrüder Brunn, der sich in neuem Gewand mit einer Guy Fawkes-Maske präsentierte, und Lane anwesend. Von den Toreador Teutoburgs ließ sich jedoch zu so früher Stunde noch niemand blicken, so dass der Ancilla Bourbon aus München seine Clansschwester Henriette erst zu späterer Zeit begrüßen konnte. Die Tremere waren nur durch Frau von Braunstein vertreten. Der Clan der Könige wartete neben Gastgebeber und Prinz noch mit Herrn von Steineck auf.

Die Anklage, geführt von Erich und Tatjana, trat zwar augenscheinlich wütend, aber dennoch sehr selbstsicher an, hatten sie es doch geschafft, des Nosferatu im Vorfeld der Verhandlung habhaft zu werden. Ebenfalls sehr selbstsicher, aber augenscheinlich überhaupt nicht wütend, sondern sehr gelassen – nachdem er von Erich entpflockt worden war und diesen daraufhin nicht Herr seiner Sinne angegriffen hatte – saß Bertram auf der Anklagebank. Ihm zur Seite stand – und niemanden verwunderte dies – sein Clansbruder Brunn. Es entstand ein längeres Geplänkel mit Anschuldigungen, Gegenanschuldigungen, Unschuldigkeitsbehauptungen und nur wenigen Zwischenfällen. Es wurden viele Pausen gemacht, in denen sich die eine oder andere Partei zurückzog, um zu beraten oder zu verhandeln.

Die Stunden vergingen und auch wenn keine Zeugen befragt werden konnten, da keiner der im Ringlokschuppen anwesenden zugegen war, wurde doch bald klar, dass Bertram zu seiner Verteidigung nur sein Wort es nicht gewesen zu sein in die Waagschale werfen konnte. Die Kameraüberwachung der Diskothek sprach jedoch eine andere Sprache und auch ein – wie sich später herausstellte leicht manipuliertes – Handyvideo der Szene, das Clan Brujah einige Nächte vor der Verhandlung zugespielt worden war, zeigte Bertram als einen Maskeradebrecher. So war es dann für die meisten Anwesenden nicht weiter verwunderlich, als der Prinz das Urteil über den Nosferatu sprach. Ein letzter Versuch von Bertram aus der Sache herauszukommen – er gab an die Brujah Peters in seiner Gewalt zu haben und dass ihr bei seinem Tod ja schlimme Dinge geschehen könnten, weil sein Ghul dann wohl außer sich wäre – wurde abgeschmettert.

Um das Elysium nicht zu „beschmutzen“ sollte die Hinrichtung außerhalb des Gebäudes stattfinden. Auf dem Weg dorthin kam es – wie es fast schon zu erwarten war – zu einem Befreiungsversuch des Verurteilten durch Brunn, der dabei seine Gabe des Verschwindens einsetzte und somit das Elysium brach. Im Gebäude selbst konnte eine Flucht noch verhindert und Bertram wieder festgesetzt werden. Brunn jedoch war in dem ganzen Trubel verschwunden. Auf dem Richtplatz angekommen, tauchte er jedoch wieder auf, entriss Bertram erneut den Pflock, und in dem anschließenden Kampf, in dem Erich schwer verletzt wurde, entkamen beide.

Sichtlich wütend über die Missachtung seiner Befehle rief Meyer zu Bentrup die Blutjagd auf Bertram wegen Bruchs der 1. Tradition und Bruchs des Elysiums und auf Bertram wegen Bruchs des Elysiums aus. Und so endete der Abend ziemlich abrupt, weil sich die meisten der Anwesenden direkt auf die Suche nach den beiden Nosferatu machten.

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