Tageszeitungen 2009
Menü: Tageszeitungen|Tageszeitungen vom 09.01.09
Wilderer jagen mit der Armbrust
Löhner Jäger finden verendetes Reh und Fangschlingen in ihrem Revier
Löhne. Fast 40 Zentimeter tief hat sich der Armbrustpfeil in den Körper des Rehs gebohrt. Als Jagdpächter Jürgen Beckmann das Tier am 2. Januar findet, ragt nur noch das Ende des Geschosses aus dessen Keule. Die Spitze steckt im Zwerchfell. „Jetzt reicht’s”, sagen Ulrich Krutemeier und Jürgen Ottensmeyer, die das Revier auf dem Wittel gemeinsam mit Jürgen Beckmann gepachtet haben. Schon im September und Dezember hatten die Jäger Fangschlingen entdeckt, die Unbekannte im Gebüsch auf den Wildwechselpfaden aufgehängt hatten. „Doch jetzt erreicht die Wilderei eine Dimension, die absolut nicht mehr hinzunehmen ist”, sagt Jürgen Ottensmeyer. „Niemand kann sich die Qualen vorstellen, unter denen dieses Tier eingegangen ist.” Wer das Tier auf dem Gewissen hat, ist noch nicht geklärt. Die Polizei ermittelt. Die Erfolgsaussichten sind eher gering. Gehört hat den oder die Wilderer schließlich niemand, die Armbrust ist eine lautlose Waffe. Der letzte Fall von Wilderei mit einer Armbrust wurde vor wenigen Jahren im Bereich Paderborn angezeigt. „Damals sind ganze Reviere leergewildert worden”, sagt Waffenhändler Ingo Brammer aus Herford. Sollte der Übeltäter ermittelt werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe wegen eines besonders schweren Falls von Jagdwilderei. Wer Hinweise zum Fall geben kann, möge sich an die Löhner Polizei wenden.
Bereits ein Dutzend Kältetote in Ostwestfalen
Durch die extreme Kälte der letzten Nächte sind innerhalb dieses Jahres bereits zwölf Personen erforen. Die meist obdachlosen Personen hätten die Kältewelle wohl unterschätzt oder keinen Platz mehr in einer der bereits überfüllten Unterkunftsheime bekommen, vermutet ein Sprecher der Stadt Bielefeld. Aber auch Leichtsinn und Alkoholmissbrauch führen dazu, dass sich Menschen zu lange ungeschützt im Freien aufhalten und dort im Endeffekt erfrieren.
Eine seit Samstag vermisste 16-jährige Jugendliche wurde gestern von Spaziergängern in der Nähe des Weserbogens gefunden. Sie war betrunken von einer Party weggegangen und ist auf dem Nachhauseweg anscheinend erfroren.
Die Behörden warnen davor, die Kälte zu unterschätzen und raten allen, sich nachts nicht zu lange im Freien aufzuhalten.
Megalithgrab erneut geschändet
Das in Lengerich befindliche Megalithgrab wurde am vergangenen Wochenende wieder Schauplatz eines Ritualmordes. Laut Polizeiangaben wurde am gestrigen Nachmittag die Leiche eines jungen Mannes von einem ehrnamtlichen Mitarbeiter des Museums gefunden. Die Tötung des Mannes erinnert an den Mord im Dezember, ob aber Verbindungen zwischen den beiden Taten bestehen kann die Polizei momentan nicht bestätigen. Durch den andauernden Frost ist der Leichnam eingefroren und der genaue Todeszeitpunkt kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmt werden. Um keine Spuren zu zerstören wird dieser jetzt langsam im gerichtsmedizinischen Institut Münster aufgetaut.
Der junge Mann wurde als Konrad L., Bankkaufmann aus Münster, identifiziert.
Die Polizei bittet Augenzeugen für diese Tat und für die Tat im Dezember sích zu melden (Tel. XXXX/YYYYY)
Humana-Ermittlungen eingestellt
Ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens sollen Geldbuße zahlen
Herford. Über knapp fünf Jahre zogen sich die Ermittlungen im Fall der fehlerhaften Humana-Säuglingsnahrung hin. Nun hat die Bielefelder Staatsanwaltschaft einen Schlussstrich unter die Humana-Affäre gezogen: Staatsanwalt Rolf Richter hat gestern die vorläufige Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit verfügt. Den vier Beschuldigten wurden Geldbußen auferlegt.
Der Hauptbeschuldigte muss 20.000 Euro zahlen, eine Abteilungsleiterin 15.000 Euro, zwei für die Qualitätssicherung zuständige Mitarbeiter des Herforder Unternehmens 10.000 beziehungsweise 6.000 Euro. Das Geld erhält das Kinderhilfswerk Unicef. Bei rechtzeitiger Zahlung wird das Verfahren endgültig eingestellt.
Wie mehrfach berichtet, hatte Humana im Auftrag des Partnerunternehmens Remedia im Jahr 2003 Soja-Säuglingsnahrung für den israelischen Markt produziert, die nicht genug Vitamin B 1 enthielt.
Zwei Säuglinge waren gestorben, nachdem sie mit der Nahrung gefüttert worden waren. Ob das Sojaprodukt tatsächlich die Todesursache war, konnte nicht endgültig geklärt werden. Humana soll den betroffenen Familien nach früheren unbestätigten Meldungen insgesamt 18,5 Millionen Euro Entschädigung gezahlt haben. Das Landgericht Bielefeld hat der Verfahrenseinstellung zugestimmt.
Das Verfahren hatte sich sehr schwierig gestaltet: So hatten die israelischen Eltern eine Obduktion ihrer verstorbenen Babys nicht zugestimmt. Darüber hinaus hatte ein zunächst von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter, der zum Vitamin-Mangel und seinen Folgen Stellung nehmen sollte, den Auftrag zurückgegeben. Es dauerte weitere Monate, bis ein neuer Experte gefunden wurde.
Parallel zu dem Ermittlungsverfahren in Deutschland wurde auch seitens der isrealischen Justiz gegen Mitarbeiter des Unternehmens Remedia ermittelt. Die israelische Staatsanwaltschaft hatte im Herbst 2008 Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen ehemalige Remedia-Mitarbeiter erhoben. Sie geht in der Anklage davon aus, dass 20 Kinder gesundheitliche Schäden erlitten und drei Babys durch den Vitaminmangel starben. Der Prozess gegen die Mitarbeiter wurde kurz nach dem Beginn vertagt.
Tageszeitungen vom 06.03.09
Frau beißt Polizisten
Osnabrück Eine offenbar geistig verwirrt Frau hat in der Nacht auf den 03.03.2009 zwei Polizeibeamte schwer verletzt. Zu der Attacke kam es, als Nachbarn aufgrund lauter Schreie im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses im Osnabrücker Stadtteil Schinkel die Polizei alarmierten. Bei ihrem Eintreffen fanden die Beamten die nächtliche Störerin lauthals schreiend im Flur ihrer Wohnung an. Nachdem die Frau auf die Anwesenheit der Polizeibeamten ebenso wenig wie auf deren Versuche sie anzusprechen reagierte sollte es zur Ingewahrsamnahme kommen, heißt es aus Polizeiquellen. Der sich wehrenden Frau gelang es nicht nur den Beamten Widerstand zu leisten, sodass diese weitere Kollegen rufen mussten, sondern auch dem Einen in den Hals und dem Anderen ein Teil des Ringfingers abzubeißen. Weiter heißt es, die Osnabrückerin werde derzeit psychatrisch begutachtet. Aus dem Klinikum Osnabrück ist inzwischen bekannt geworden, dass der Finger des Beamten wieder angenäht werden konnte und auch sein Kollege außer Lebensgefahr sei.
Überfall auf Osnabrücker Gaststätte
Osnabrück Montagabend wurden in der Gaststätte „Zinken“ in Osnabrück-Weststadt sechs Gäste und der Wirt Opfer eines brutalen Überfalls. Gegenüber unserer Zeitung beschreibt Margarete Rauber, Mit-Inhaberin des „Zinken“, den Überfall wie folgt: „Ein schwarz maskierter Mann, so um die 1.80, stürmte gegen 21.30 durch die Vordertür. Mit einem Beil schlug er erst meinen Mann Günther nieder, hat ihm Wagenschlüssel und Wertsachen abgenommen und ging dann auf die Gäste los! Als die dann alle blutend am Boden lagen hat er die Wand mit roter Farbe beschmiert. Und „NAZIKNEIPE“ hat er quer über die Wand gesprüht.Ich war zum Glück hinten, im Lager, so hat er mich nicht bemerkt.“ Die Polizei geht, inzwischen von einer Einzeltat eines linken Autonomen aus. Er wird als durchtrainiert und von durchschnittlicher Körpergröße beschreiben. Er trug in der Autonomenszene übliche Kleidung im Military-Stil. Sollten sie den Täter gesehen haben, so wenden sie sich bitte an die Osnabrücker Polizeibehörde [Tel.: XYZ]
Ab 2010 keine Kunst mehr an Bielefelder Hochschule
Bielefeld Trotz vermehrter Proteste seitens der Studierendenschaft werde ab dem Sommersemester 2010 die Abteilung Kunst & Musik der Fakultät Linguistik und Literaturwissenschaften der Universität Bielefeld geschlossen. Schon im kommenden Semester sollen die Anzahl der Lehrkräfte reduziert werden, heißt es vom Sprecher der Universität Dr. Herbert Jinke. Natürlich bedaure man die Schließung, allerdings sei die Bewerberzahl in den letzten Jahren gerade im Bereich Kunst und Musik massiv zurückgegangen, sodass man sich schweren Herzens zu diesem Entschluss durchgerungen habe. Protest gegen die Schließung des Fachbereichs äußerte auch AStA-Sprecherin Sabina Laubhau. Wir lassen uns nicht unterkriegen und werden weiter für den Erhalt des Studienangebots kämpfen, proklamierte diese in einem Interview gegenüber unserer Zeitung.
Lippe-Ripper schlägt wieder zu!
Bielefeld Senne Nach knapp zwei Monaten hat in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der Lippe-Ripper wieder zugeschlagen. Aus Polizeikreisen heißt es, bei dem Opfer handle es sich um einen jungen Soldaten aus dem niedersächsischen Emden, der in Bielefeld seien Grundwehrdienst ableistete. Passanten fanden die sterblichen Überreste beim Morgenspaziergang in der Nähe des Truppenübungsplatzes Senne.
Die Polizei tappt weiter im Dunkeln. (Dienliche Hinweise an die örtliiche Polizeidienststelle oder an XYZ)
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